Funktionsprinzip pyrotechnischer Artikel

Nachstehend gehen wir näher auf die eigentliche Funktionsweise von Feuerwerkskörpern ein.

Die chemische Zusammensetzung der Sätze, als auch die physikalischen Zusammenhänge bestimmen das Verhalten eines pyrotechnischen Effektes beim Abbrand.

Im Folgenden werden wir uns nur mit dem Aufbau und den daraus resultierenden Abläufen der einzelnen Artikel befassen.

Feuerwerksrakete

Eine Feuerwerksrakete besteht immer aus einem Treibsatz, dem Effektkörper mit Leuchtsternen und dem Leitstab. Um nicht extrem scharfes Schwarzpulver für den Treiber zu verwenden, muss eine große Menge des Pulvers gleichzeitig abbrennen.

Dies erreicht man, indem der Treibsatz mit einer Seele, einem „Loch“ im Schwarzpulverkern gepresst wird. Somit brennt der Satz von innen nach außen mit einer sich konzentrisch erweiternden Flammenfront ab.

Erreicht die Flammenfront die Zerlegeladung, welche in einer mittig sitzenden Hülle verpackt ist, oder aber auch lose den Leuchtsternen beigemengt sein kann, so wird die Raketenhülle zerrissen.

Die Leuchtsterne werden gezündet und mit großer Wucht vom Zentrum der Explosion weggeschleudert.

Feuerwerksbatterie

Eine Feuerwerksbatterie besteht aus einer Vielzahl von Kartonröhrchen, welche mit Leim und Draht fix mit einander verbunden sind. Beim Abschuss ist darauf zu achten, dass kein Hohlraum zwischen Batterie und der Unterlage (z.B. Asphalt, Holzbrett) vorhanden ist.

Eine Feuerwerksbatterie ist meistens mit einer einzigen Zündschnur (Litze) ausgestattet. Großfeuerwerksbatterien verfügen auch noch über eine zweite Zündschnur, welche als Notzündung dient, wenn die „Startzündschnur“ nicht zünden sollte. Alle Rohre sind intern miteinander verbunden und zünden in kurzen Abständen hintereinander.

Je nach Aufbau der Feuerwerksbatterie können auch immer mehrere Rohre gleichzeitig gezündet werden.

Jedes einzelne Rohr ist mit einer Bombette und einer Ausstoßladung gefüllt. Ähnlich einer Feuerwerksbombe wird die Bombette ausgestoßen und der Verzögerungssatz gezündet.

In der Bombette sind Leuchtsterne und Zerlegeladung gleichmäßig vermischt. Der Verzögerungssatz besteht oft aus einer einfachen grünen Zündschnur, welche in einen Tonpfropfen eingepresst wurde.

Schlägt der Verzögerungssatz durch, so wird die Bombette zerrissen und der Effektsatz gezündet. Das Feuerwerksbild ist nicht sehr symmetrisch, aber als Untermalung für Feuerwerksbomben sehr gut geeignet.

Römisches Licht

Ein Verzögerungssatz aus langsam brennendem Schwarzpulver, ein Leuchtstern und die Ausstoßladung werden in wiederkehrender Reihenfolge in das Papprohr geladen.

Entzündet man den Verzögerungssatz, so brennt dieser bis zum Leuchtstern, den er anfeuert. Der Leuchtstern wiederum zündet die Ausstoßladung und wird ausgestoßen.

Die Ausstoßladung des vorigen Leuchtsterns zündet den nächsten Verzögerungssatz, etc.

Bei der Montage eines Römischen Lichtes am Abbrennplatz ist Vorsicht geboten. Der Rückstoß dieses Artikels darf nicht unterschätzt werden! Reißt sich ein Römisches Licht von seiner Verankerung los, so zündet es unkontrolliert Effekte in alle Richtungen, bis es ausgebrannt ist.

Vulkan

Ähnlich einer Fontäne besteht ein Vulkan aus einem Funkensatz und einer Tondüse. Der große Unterschied ist jedoch die kegelartige Form der Hülle.

Dadurch vergrößert sich die Brenndauer die Flammenfront. Die Sprühhöhe des Vulkans steigt ständig an und erreicht kurz vor Effektende die maximale Sprühhöhe.

Feuertopf

Feuertöpfe kann man fertig verladen in einmal zu verwendenden Kartonrohren kaufen, oder als Verladeartikel. Verladen wird ein Feuertopf ähnlich einer Feuerwerksbombe. Es ist darauf zu achten, dass der Feuertopfeffekt mit der Ausstoßladung nach unten in einem Mörser verladen wird.

Ein Feuertopf besteht aus einer Ausstoßladung, einer Lochscheibe, welche die schiebende Wirkung der Ausstoßladung verstärkt, und dem Effektsatz.

Wird die Ausstoßladung gezündet, feuert sie den Effektsatz an, und schiebt diesen aus dem Rohr.

Je nach Zusammensetzung des Effektsatzes werden buschige Schweifsterne, reine Leuchtkugeleffekte oder auch Kartonhülsen mit Knatter- oder Pfeifsatz ausgestoßen.

Kugelbombe

Feuerwerksbomben werden aus Mörsern gezündet. Aus Gründen des besseren Handlings sind meist mehrere Mörser in einem Gestell zusammengefasst.

Die Feuerwerksbombe wird mit der Ausstoßladung nach unten in den Mörser verladen. Über eine hier im Bild nicht zu sehende Stoppine kann der Effekt gezündet werden.

Nach der Zündung wird die Feuerwerksbombe ähnlich einer Kanonenkugel ausgestoßen. Hierbei wird gleichzeitig ein Verzögerungssatz gezündet, welcher beim Aufstieg meist als leichtes goldenes Sprühen zu sehen ist. Die Leuchtsterne sind symmetrisch am Inneren der Bombenschale angeordnet.

Schlägt nun der Verzögerungssatz in das Innere der Feuerksbombe durch, zerreist die Zerlegeladung die Bombenschale, zündet die Leuchtsterne und schleudert diese kugelsymetrisch vom Bombenzentrum weg.

Je nach Anordnung der Sterne in der Feuerwerksbombe, lassen sich u.a. auch Figuren wie Smileys, Herzen und ähnliches in den Himmel zaubern.

Eine so genannte „Shell of shell“ (Mother & Son oder Blooming flower) Feuerwerksbombe ist ein spezieller Effekt, bei welchem kleine Bombetten beim Zerlegen der großen „Mutterbombe“ gezündet werden und dann gleichzeitig am Nachthimmel erscheinen.