Fakten

Ist Feuerwerk umweltfreundlich?

Diese Frage geht vielen durch den Kopf und das ist auch gut so! Daher sehen wir und unsere Mitglieder es als Aufgabe, über dieses Thema aufzuklären und begeisterte Feuerwerker für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Feuerwerk anzusprechen.

Jedem Menschen sollte es eigentlich klar sein, dass ein Produkt, das vorwiegend nur einmal im Jahr zu Silvester und nicht einmal in allen Haushalten verwendet wird, tatsächlich keinen bedeutenden Einfluss auf das Klima hat oder haben kann.

Feinstaub

Auch wenn Feinstaub nicht das Klima schädigt, ist es natürlich gesundheitsrelevant. Daher ist es gut zu wissen, dass keine schwermetallhaltigen Inhaltsstoffe in pyrotechnischen Sätzen und deren Verbrennungsrückständen enthalten sind. Wie bei jedem Verbrennungsprozess, entsteht auch beim Abbrand von Feuerwerk Feinstaub. Dieser ist jedoch wesentlich unbedenklicher und hat komplett andere Eigenschaften als z.B. jener aus Verbrennungsmotoren. Die im Verkehr entstehenden Feinstaubpartikel sind wesentlich giftiger als die etwa von Silvester- oder anderen Großfeuerwerken. Sie bleiben auch länger in der Luft und in der Lunge. So besteht Feinstaub aus Feuerwerk aus löslichen Salzen, woraus sich eine stark wasserlösliche und wasseranziehende Eigenschaft ergibt. Nach dem Abbrand verschwinden die Rückstände daher schnell wieder aus der Luft.

 

Deutschland

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Deutschland hat ein unabhängiges Institut beauftragt, komplexe und vielseitige Messungen zur Emission von Feinstaub durch Feuerwerk durchzuführen. Um ein transparentes Bild des deutschen Marktes zeichnen zu können, haben der VPI und seine Mitgliedsunternehmen alle gängigen in Deutschland genutzten pyrotechnischen Gegenstände prüfen lassen. Abgebrannt wurden diese in einem geschlossenen Raum. Um geeignete Messwerte für den emittierten Feinstaub zu ermitteln, wurde ein gegenüber der Literatur optimiertes Verfahren erarbeitet, in dem das unabhängige Institut auf akkreditierte Messtechnik zurückgreifen konnte.

Ziel war es, in diesem Verfahren ergebnisoffen und faktenbasiert tatsächliche Emissionswerte zu ermitteln, die der VPI anschließend den deutschen sowie europäischen Behörden zur Verfügung stellen kann. Gleichwohl war es auch die Bestrebung der gesamten Branche darzustellen, dass die bis dato kolportierten Werte nicht der Realität entsprechen, um somit auch Kunden und Endverbraucher mit nachvollziehbaren und reellen Werten zu versorgen.

Seit Abschluss der Studie steht der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) in engem Kontakt mit dem Umweltbundesamt (UBA). In vertrauensvollen Gesprächen stellte der Verband dem UBA die in einem akkreditierten Labor gemessenen Feinstaub- und Staub-Werte vor. In einem regelmäßigen konstruktiven Austausch mit den Experten des UBA wurden Ergebnisse der Studie eingehend besprochen. Mit dem Ergebnis, dass das UBA nun dem VPI gegenüber bestätigt hat: Die Messungen sind plausibel und somit für die Berechnung der Emission von Feinstaub durch Feuerwerk vorbehaltlich einer internationalen Überprüfung geeignet.

Auch für den CO2-Anteil durch Feuerwerk lieferte der VPI entsprechend nachweisbare Kennzahlen. Trotz dessen, dass das UBA bereits in der Vergangenheit darauf hinwies, dass die „Kohlendioxid (CO2)-Emissionen aus Feuerwerkskörpern nach Schätzungen des Umweltbundesamtes von geringer Bedeutung“ sind.

 

Österreich

Die von der Wirtschaftskammer Österreich in Auftrag gegebenen Studie basiert auf empirischen Daten, die aus realen Messungen stammen, die in Deutschland durchgeführt wurden. Alle vorherigen Aussagen zum Thema Feinstaubemissionen stützen sich hauptsächlich auf Schätzungen, und die zu Grunde liegenden Daten stammen größtenteils aus Deutschland bzw. aus der Schweiz.

Als Ergebnis der Messungen, die in Deutschland durchgeführt wurden, wurden Emissionsfaktoren für Feinstaub (PM10) und Kohlenstoffdioxid (CO2) gebildet.

Diese Faktoren wurden in der Studie mit den für den österreichischen Markt erhobenen Daten der Einfuhrmengen an Nettoexplosivstoffmasse (NEM) der Feuerwerken (Einfuhr minus Export minus Retouren) multipliziert, und somit die Jahresemissionen an Feinstaub (PM10) und Kohlenstoffdioxid (CO2) berechnet.

Für die Berechnungen wurden deshalb die Mengen an Nettoexplosivstoffmasse (NEM) herangezogen, da nur dieser Anteil des pyrotechnischen Gegenstandes für die Emissionen an PM10 und CO2 relevant ist.

Die Berechnungen der Studie haben gezeigt, die Emissionen, die durch die Feuerwerke in Österreich verursacht werden im Vergleich zu den, durch die Industrie, Haushalt, Verkehr, Landwirtschaft, usw. verursachten Gesamtemissionen im sehr geringen (PM10) bzw. vernachlässigbaren (CO2) Ausmaß vorliegen.

Bei Feinstaub (PM10) beträgt der Anteil, der durch die Feuerwerke verursacht ist, im Vergleich zu der Gesamtemission 0,28%, bei Kohlenstoffdioxid (CO2) 0,0001%.

Es wurde somit eindeutig nachgewiesen, dass frühere Aussagen zu den Emissionen in Österreich, die aus den Feuerwerken stammen, um vielfaches zu hoch waren.

Quellenverweis: Studie über die Emissionen von Feuerwerken in Österreich, Stand Oktober 2020, Bundesgremium des Baustoff-, Eisen-, Hartwaren- und Holzhandels, Pyrotechnik- und Waffenhandel der WKÖ, durchgeführt von TMC – Technische Consulting GmbH, akkreditiertes Unternehmen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Digitalisierung.

Abfall

Weniger Plastik finden auch wir gut! Die Sicherheit der Produkte ist aber nicht nur unser höchster Anspruch, sondern gesetzlich auch streng geregelt. Daher erfordert jede Änderung an Feuerwerkskörpern intensive Langzeittests und Zulassungsverfahren. Die Branche forscht bereits gemeinsam mit den chinesischen Lieferanten nach alternativen Lösungen, um den zum Glück bereits geringen Plastikanteil im Feuerwerk weiter zu senken und z.B. die Spitzkappen bei Raketen zu ersetzen. Aktuell werden immerhin schon rund 50% des Umsatzes mit Batterie- und Verbundartikeln generiert, welche nahezu vollständig aus Altpapier bestehen. Auch die Auswahl geräuschreduzierterer Artikel wird jährlich ausgebaut.